Die Obfrau des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums, Herlinde Keuschnigg, besuchte mit Mitgliedern am 14. und 15. Oktober bekannte kulturelle Einrichtungen im Obervinschgau. Die von Herlinde Keuschnigg und Maria Haller geleitete Exkursion führte zunächst zu den beeindruckendsten Denkmalensembles im Tiroler Oberland. Dazu zählt die Klause Altfinstermünz. Dr. Reinhard Rampold, wissenschaftlicher Beirat des Freundeskreises, und der Nauderer Alt-Bürgermeister. Hermann Klapeer warfen einen Blick auf die die Grenz- und Zollburg Altfinstermünz. Der Altbürgermeister, ein profunder Kenner dieser Gegend, sagte z. B. über die Samnauner: „Sie sprechen zwar Vinschgerisch, sind aber im Herzen glühende Schweizer!“
Weiter ging es zum UNESCO Welterbe Kloster St. Johann in Müstair in Graubünden, das im 8. Jahrhundert gegründet wurde. Karl der Große soll es gestiftet haben. Sieben Benediktinnerinnen sind heute noch Hüterinnen dieser besonderen historischen Stätte, die in der Vergangenheit eine große Rolle spielte. So pflegte immer wieder ein Churer Bischof für einige Zeit sich in diesem Koster zu erholen. Eine reiche Äbtissin soll angeblich immer wieder Sonderaudienzen bei seiner Exzellenz erhalten haben….!
Im naheliegenden Taufers im Münstertal im Vinschgau wurde die St. Johann Kirche besichtigt, deren Bau auf das 9. Jahrhundert zurückgeht und das älteste Christophorusbildnis Tirols beherbergt.
Am zweiten Tag stand mit Mag. Helene Dietl-Laganda die Besichtigung von St. Benedikt in Mals auf dem Programm, ein herausragendes Beispiel frühmittelalterlicher Baukunst aus der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts. mit Mag. Helene Dietl-Laganda führte auch durch das Vinschger Museum in Schluderns, das die seinerzeitige große Armut im Vinschgau beleuchtete. Eine Sonderausstellung ist dem Schicksal der „Schwabenkinder" gewidmet, das Euregio-Projekt „Fahrende-Die Korrner" beschäftigt sich mit dieser Armut. Die Ausstellung „Wasser-Wosser" setzt sich mit der essenziellen Bedeutung des Wassers im Vinschgau, dem größten Trockental der Alpen mit weniger als 500 mm Jahresniederschlag, auseinander.
Das Dorf Morter bildete einen weiteren Programmpunkt. Nach einer kurzen Wanderung zur Burg Obermontani wurde noch die die Burgkapelle St. Stephan, wegen der prachtvollen Fresken „Sixtinische Kapelle" genannt, vom Freundeskreis-Vorstandsmitglied Dr. Annegret Waldner und Matthias Oberhofer, einem Künstler aus Schlanders, erklärt.
Als Alternative dazu wurde ein Stadtspaziergang mit Maria Magdalena Dietl Sapelza durch das mittelalterliche Städtchen Glurns geboten.
Dr. Heinz Wieser
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