Dem ernsten Charakter der Fastenzeit entsprechend!

Jakob Kirchmayrs Fastentuch „Spuren des Feuers“ im Dom zu St. Jakob in Innsbruck

Obfrau Herlinde Keuschnigg besichtigte mit ihrem TVKM-Freundeskreis und Forum-Land-Mitgliedern am 31. März im Dom zu St. Jakob in Innsbruck Jakob Kirchmayrs Fastentuch „Spuren des Feuers“.  

Die Fastenzeit eröffnet Jahr für Jahr neue Räume für spirituelle und künstlerische Auseinandersetzungen. Heuer sind es in Innsbruck sieben Kirchen, die in dieser Zeit zeitgenössische Kunst und liturgische Tradition in einen spannenden Dialog treten. Damit wird auch auf den ernsten Charakter der Fastenzeit hingewiesen. Im hochbarocken vor mehr als 300 Jahren vom Brixner Fürstbischof Kaspar Ignaz Graf von Künigl konsekrierten Dom zu St. Jakob Innsbruck konnte ein sehr interessiertes Auditorium mit Jakob Kirchmayrs Fastentuch „Spuren des Feuers“ ganz klare Gegensätze erleben, die das Leben täglich mit sich bringt. Jakob Kirchmayr präsentierte sein Werk, „Spuren des Feuers“ - ein mehrteiliges, großformatiges und 80 Kilo schweres Fastentuch, (2023/24) aus mit Feuer bearbeiteten Stoffen.

Die im Dom-Kircheninneren künstlerisch ausgestrahlte Lebensfreude, die den Menschen von damals den „Himmel auf Erden“ versprach, erhält plötzlich für 40 Tage eine „Lebensergänzung“ mit der traurigen Realität unserer Tage, in denen vielen Menschen großes Leid erdulden müssen. Dies wird ausgedrückt auf einem mehrteiligem, großformatigen mit Feuer bearbeiteten Fastentuch des in Wien lebenden Künstlers Jakob Kirchmayr. Es besteht aus 20 verbrannten, Baumwolltüchern. Jakob Kirchmayr: „Vielleicht ein Zeichen der Hoffnung, denn die vielen Relikte, die vom zerstörerischen Feuer übrigblieben, wurden zu einer Einheit zusammengenäht – die Nähte erinnern wie Narben an Wunden.“ Ein Neubeginn nach dem Feuer?“

Fastentücher entstanden etwa um das Jahr 1000 im Gebiet nördlich der Alpen und dienten im Mittelalter zur Verhüllung des Altarraumes. Auf den Bildern waren in unzähligen Feldern Szenen aus dem Alten und Neuen Testament zu sehen. Es handelte sich um sogenannte „Bilderbibeln“. Erst ab dem 16. Jahrhundert wurden die Fastentücher in ihren Dimensionen kleiner und dienten nur mehr zum Verhüllen des Altarbildes. Zu dieser Zeit entwickelten sich einzelne Szenen aus der Leidensgeschichte Jesu, am häufigsten die Kreuzigung.

Dr. Heinz Wieser

 

 

 

 

 

 

 

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