Defregger Ausstellung

Mythos-Missbrauch-Moderne

Als „Dialog im kleinen Rahmen“ mit Museumspädagogen Mag. Manfred Schwarz auf Grund der aktuellen Coronazeit, in der keine Führungen angeboten werden können, wurde am 29. April den Mitgliedern des Freundeskreises mit Obfrau Herlinde Keuschnigg mit dem Besuch dieser Defregger-Ausstellung im Tiroler Landesmuseum-Ferdinandeum  eine mobile Ausstellungsauskunft angeboten.

Franz v. Defregger (1835-1921), Selbstporträt 1883, Öl auf Holz

Vor hundert Jahren, am 2. Jänner 1921, verschied in München der Genre- und Historienmaler Franz von Defregger im Alter von 86 Jahren und wurde dort auf dem Nordfriedhof beigesetzt. Defregger kam am 30. April 1835 am Ederhof bei Stronach, Gemeinde Iselsberg in Osttirol, als zweites von sieben Kindern des Michael Defregger und seiner Frau Maria, geb. Fercher, zur Welt. Zu diesem Defregger-Jubiläum widmen die Tiroler Landesmuseen diesem bekannten Künstler eine spektakuläre Retrospektive. Diese erste große Defregger - Ausstellung seit Jahrzehnten verbindet zeitgemäße Fragestelllungen mit der Neuentdeckung bisher unbekannter Werke. Konservative verehrten ihn, die Avantgarde lehnte ihn ab, Hitler sammelte seine Werke – Franz von Defreggers Schaffen polarisiert bis heute. Die Sonderausstellung zeigt neben seinen Hauptwerken viele bisher unbekannte Arbeiten: darunter freizügige Aktdarstellungen, Porträts von Menschen aus anderen Kulturen und impressionistisch anmutende Landschaften. Diese überraschenden Bilder werden in Defreggers 100. Todesjahr herausragenden Werken von Künstlern der Moderne wie Vincent van Gogh, Gustave Courbet, Ernst Ludwig Kirchner und Jean-François Millet gegenübergestellt. Defregger malte vor allem Alltagsszenen aus dem Tiroler Bauernleben und genrehafte Darstellungen zur jüngeren Geschichte. Defregger wurde schnell zu einem der populärsten Genremaler der Münchner Schule und hatte schulbildenden Einfluss. Als Professor der Historienmalerei in der Münchner Kunstakademie, in der er von 1878 bis 1910 war, widmete er sich mit Vorliebe dem Porträt und dem bäuerlichen Alltagsleben und mit besonderer Hingabe der Weitläufigkeit des Tiroler Freiheitskampfes von 1809. Er prägte damit für Generationen die Vorstellung, die man sich in der Welt von Tirol und von den Ereignissen des Jahres 1809 machte. Gerade wegen dieses Tätigkeitsschwerpunktes wurde der Tiroler Franz von Defregger auf breitester Ebene ein fester Begriff und genoss höchste Wertschätzung, die bis zum heutigen Tag unverändert anhält. Auch malte er nach zeitgenössischen Bildnissen und Zeichnungen die Porträts der Anführer des Freiheitskampfes.

Dr. Heinz Wieser

 

 

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