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Freundeskreis bei Krippenführung

Die Obfrau des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums, Herlinde Keuschnigg, hieß am 19. Dezember rund 50 zur Krippenführung erschienene Vereinsmitglieder herzlich willkommen.

Unter dem Motto „Weihnachtswunder“ im Tiroler Volkskunstmuseum führten sodann der Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums, Kar C. Berger, und seine Mitarbeiterin Anna Engl durch die hauseigene Krippenausstellung.

Dabei wurde klar, dass Weihnachten in Tirol ohne Krippe undenkbar ist. In wechselnd zusammengestellten Szenen holen Figuren aus Holz, Wachs, Ton oder Karton das Weihnachtsgeschehen in die Stube.

Die geschnitzte Krippe verdankt ihre Verbreitung vor allem Johann Giner dem Älteren aus Thaur (1756-1833). Seine großfigurigen Kirchenkrippen wurden Vorbild für nachfolgende Krippenschnitzer. Besondere Beachtung  fand die sich in der Hofkirche im 2. Obergeschoß befindliche bekleidete Krippe aus Hall i.T. aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die erst vor wenigen Monaten bei  Dachbodenarbeiten entdeckt wurde. (Dr. Heinz Wieser)

Andreas Brunners vielbeachtete Krippe: „Weihnachten im Vatikan“

Das Stubenforum im Tiroler Volkskunstmuseum in Innsbruck, ein besonderer Raum der Kultur, erhielt am 5. Dezember  durch die Präsentation der aus der Kunstwerkstatt der Lebenshilfe in Lienz stammende und von Andreas Brunner geschaffene Krippe „Weihnachten im Vatikan“, erhältlich um Euro 15.00, eine besondere Ausstrahlung.

Museumsleiter Karl C. Berger stellte in Anwesenheit von Innsbrucks Kulturstadträtin Uschi Schwarzl, Freundeskreis-Obfrau Herlinde Keuschnigg und Kunstwerkstattleiter Rudolf Ingruber den 1960 in  Nikolsdorf geborenen Andreas Brunner vor und stellt mit Stolz fest, dass sich nun zu den vielen sich im Volkskunstmuseum befindlichen Papierkrippen diese neue Krippe „Weihnachten im Vatikan“ hinzugesellt. „In der Kunstwerkstatt Lienz der Lebenshilfe Tirol hat Andras Brunner sein handwerkliches Können geschult und eine prominente Stellung als Humorist erworben: Als solcher hat der Künstler sein Weihnachtsgeschehen nicht nur auf den Vorplatz des Petersdoms verlegt sondern zu den bekannten Krippenfiguren auch den Papst, Mutter Teresa, Pater Pio sowie zwei Franziskaner, von denen einer den Schöpfer dieser Krippe selbst darstellt, gesellt.  Brunner unterwandert in seinen Arbeiten geläufige Vorstellungen von einem Thema durch einen spartanischen Zeichenstil, feinfühlig differenzierte Konturen, knappe Angaben und Auslassungen, die ambivalente Deutungen provozieren“, sagte Berger wörtlich. Auch Rudolf Ingruber lobte Brunners künstlerisches Wirken, das von Können, Witz und Feinfühligkeit gekennzeichnet ist. Die Idee, die Krippenbesetzung auf den Petersplatz zu verlegen, ist den eigenen Vorstellungen des Künstlers entsprungen.

Schließlich meinte Stadträtin Uschi Schwarzl, mit diesem Werk wurde ein neuer Zugang zur Krippe mit anderen Menschentypen geschaffen. (Dr. Heinz Wieser)

Kultursponsoringpreis „Maecenas“ für Dr. Herta und Dr. Konrad Arnold

Zum 30. Mal wurde am 28. November im Wiener Hotel Imperial der Kultursponsoringpreis „Maecenas“ verliehen. Insgesamt gab es heuer 304 Einreichungen. Der Sonderpreis der Jury für „Maecenatentum“ wurde dem Innsbrucker Sammlerehepaar Univ.- Prof Dr. Konrad Arnold und seiner Gattin, der Kunsthistorikerin Hofrat Dr. Herta Arnold, überreicht. „Maecenas“ wird seit 1989 jährlich von den Initiativen Wirtschaft für Kunst in Kooperation mit dem ORF vergeben. Prämiert werden Unternehmer und Unternehmen für die Förderung von Kunstprojekten, die ohne diese Unterstützung nicht hätten verwirklicht werden können. Der Jurypreis „Maecenatentum“ wird Persönlichkeiten aus Österreich verliehen, die sich in besonderer Weise um Kunst und Kultur im In-und Ausland verdient gemacht haben.

Das Ehepaar Arnold hat mit viel Engagement und Begeisterung in vierzigjähriger Sammeltätigkeit Gemälde des Barock und des frühen 19. Jahrhunderts zusammengetragen. Der Schwerpunkt liegt auf Kabinett- und Andachtsbildern, aber auch Kleinformate und Skizzen sind vertreten. Die Werke entstanden hauptsächlich in Tirol, im süddeutschen Raum und im Kreis der Wiener Akademie. Sie stammen von namhaften Malern wie beispielsweise von Johann Michael Rottmayr, Paul Troger, Johann Georg Platzer, Johann Wenzel Bergl, Johann Christian Wink, Januarius Zick und Martin Johann Schmidt. Insgesamt beläuft sich die Sammlung auf 215 Gemälde und einige Skulpturen. Im August 2017 erfolgte die Schenkung an das Benediktinerstift Altenburg, in dem die Sammlung Arnold ab 2018 dauerhaft in neu adaptierten Ausstellungsräumen im ehemaligen Kaisertrakt präsentiert wird. Dazu ist im Studienverlag eine Publikation als Bestandskatalog erschienen, in dem alle Gemälde in Einzelanalysen besprochen und abgebildet werden. Dieses Werk von den Autoren Univ.-Prof. Dr. Monika Dachs-Nickel und Dr. Andreas Gamerith trägt den Titel "Die Sammlung Arnold in Stift Altenburg" und  ist um € 39,00 erhältlich.  Dem umfangreichen Katalog werden einführende Texte zur Sammlungsgeschichte, zum Wesen und der Bedeutung der Gemälde im mitteleuropäischen Kontext und ihr Bezug zum neuen Standort in Altenburg vorangestellt. Kurzbiografien aller Künstler und eine ausführliche Bibliografie schließen die Publikation ab. (Dr. Heinz Wieser)

Besuch bei eines Goldschmieds hehrer Kunst

Mitglieder des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums trafen sich unter Führung von Obfrau Herlinde Keuschnigg am 30. Oktober im Innsbrucker Atelier von Goldschmied Matthias Pfötscher, der sich auf die individuelle Einzelanfertigung von Schmuckstücken spezialisiert hat. Das Familienunternehmen in zwei Generationen verfügt mit Vater Peter über mehr als 50 Jahre gemeinsame Berufserfahrung. Die interessante Führung stand unter dem Motto „Goldschmiedekunst im 21. Jahrhundert“. Matthias Pfötscher wies darauf hin, dass seine Firma eine der ersten dieser Branche war, die ihre Technik auf eine moderne Basis stellte. Jede Goldschmiede arbeitet heute mit besonderen eigenen Techniken wie vor allem mit Montage oder Guß zur Schmuckherstellung. „Es bereitet uns große Freude mit unseren Kunden im intensiven Dialog zu stehen und gemeinsam den Weg von der ersten Idee bis zum fertigen Design und Stück zu gehen. Unser Ziel ist es, einen persönlichen Mehrwert  zu schaffen und Schmuckstücke nach dem persönlichen Geschmack zu entwerfen“, sagte Matthias Pfötscher. Neben vielen privaten Kunden vertrauen Juweliere in ganz Österreich und über die Grenzen hinaus auf dieses Goldschmiedeatelier.

Das Handwerk der Goldschmiede zählt zu den ältesten Kunstgewerben, weil das Schmuckbedürfnis des Menschen schon in urgeschichtlicher Zeit entwickelt war. Die ältesten Goldschmiede Tirols gab es in der alten Tiroler Bischofsstadt Brixen wegen der großen Nachfrage für liturgische Geräte. Als älteste Tiroler Goldschmiedearbeit wird der Brautbecher von Margarete Maultasch genannt. Die Tiroler Goldschmiedeordnung von 1591 schreibt als Meiststücke vor: einen Kelch, ein Siegel mit Schild und Helm sowie einen Ring mit einem gefassten Diamanten. Dafür betrug die Lehr- und Wanderzeit auch fünf bis sechs Jahre! (Dr. Heinz Wieser)

Platz da!

Der Kustos der Bibliothek des Landesmuseums-Ferdinandeums, Roland Sila, erklärte am 23. Oktober Mitgliedern des Freundeskreises des Tiroler Volkskunstmuseums unter Führung  von Obfrau Herlinde Keuschnigg die drei in der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße noch bis 11. November unter dem Motto „Platz da!“ aufgestellte Stelen, auf denen jeweils historische Fotos aus Innsbruck zu sehen sind. Auch an öffentlichen Plätzen  in den Städten Lienz, Bozen und Bruneck sind solche Stelen mit Bildern aus der Vergangenheit zu betrachten.

In Anwesenheit des Leiters des Tiroler Volkskunstmuseums,  Karl C. Berger, und des Vereins-Ehrenobmannes, Otmar Kronsteiner, wies Roland Sila darauf hin, dass die Bilder aus den Fotobeständen der Projektpartner des Interregprojekts „Lichtbild“ stammen, dessen Ziel es ist, historische Fotobestände zu schützen und Interessierten Kompetenzen im Umgang mit ihrem privaten Fotoarchiv zu vermitteln, da die historische Fotografie in den Mittelpunkt rücken soll.

Roland Sila wörtlich:  „Die Fotografien ermöglichen uns einen Blick in die Vergangenheit und zeigen den Wandel der Zeit. Gebäude und Orte, die wir heute als Teil unseres Alltags sehen, bekommen als Fotomotive in historischen Bildern einen neuen Stellenwert und regen zum Nachdenken an. Umso wichtiger ist es, diese Zeitdokumente für die Nachwelt zu erhalten und öffentlich zugänglich zu machen.“

Jede der vier Teilausstellungen, die gemeinsam ein Ganzes bilden, steht unter besonderen Leitmotiven: So geht es in Innsbruck um Feste feiern und Mobilität, aber auch um die NS-Zeit. In Lienz liegt der Fokus auf den Bespielungen und Instrumentalisierungen des Hauptplatzes, auch mittels seiner Namensänderungen im Laufe der Jahrzehnte – vom ursprünglichen „Hauptplatz“ über „Kaiser-Josef-Platz“ (1906-1938) und „Adolf-Hitler-Platz“ (1938-1945) bis zur erneuten Namensgebung „Hauptplatz“. In der Südtiroler Landeshauptstadt werden mit „Pole Position“ das Aussehen und die Gebäude des Waltherplatzes bildmäßig erfasst; außerdem die Aspekte Bewegung und Menschenmassen. In Bruneck werden hingegen unter anderem die Spuren von Krieg und Frieden sowie das Motiv „Stein auf Stein“ thematisiert. (Dr. Heinz Wieser)

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